
Familiensonntag 2012
„Alle ziehen an einem Strang?“
Als neuer Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie (XI) der Deutschen Bischofskonferenz grüße ich Sie auf diesem Weg sehr herzlich. Zugleich freue ich mich, dass ich Ihnen die familienpastorale Arbeitshilfe zum Familiensonntag am 15. Januar 2012 unter dem Motto „Ehe und Familie – Liebe miteinander leben. Alle ziehen an einem Strang?“ vorstellen kann.
„Alle ziehen an einem Strang“, sagt man, wenn man ausdrücken will, dass sich alle solidarisch für eine gemeinsame Sache einsetzen. Der Apostel Paulus begreift das als ein Gebot unseres Glaubens: „Einer trage des anderen Last …“ (Gal 6,2). In Bezug auf die Familie ist dieser Gemeinschaftsaspekt von zweifacher Bedeutung:
Familien sind Glaubensgemeinschaften, sie sind „Kirche im Kleinen“ (ekklesiola). In ihnen „erlernt“ die nächste Generation den Glauben der Eltern. In Familie wird erfahrbar, was auch durch schwere Zeiten getragen hat und zum gemeinsamen Bekenntnis geworden ist. Familien sind auch Lebensgemeinschaften, die Werte und Prinzipien vermitteln. In der Familie werden Entschiedenheit für den Partner und für die Kinder, Unkündbarkeit, Verlässlichkeit, Solidarität und Rücksichtnahme erfahren, erlernt und täglich vorgelebt; – Werte, die die Familie zur „Keimzelle der Gesellschaft“ machen.
Familien brauchen Solidarität. Hier gilt es kirchlich und gesellschaftlich „an einem Strang zu ziehen“, damit sie ihre besondere Berufung verwirklichen können. Weil die Familie ein besonderer Ort der Solidarität ist, hat sie selbst besondere Solidarität verdient. Um beide Aspekte geht es am Familiensonntag 2012, der sich als eine Ermutigung zu gelebter Solidarität in Familien und für Familien versteht.
Für Ihr Engagement in der Ehe- und Familienpastoral wünsche ich Ihnen Gottes Segen!
Ihr

Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst

